Branche
Psychiatrie und Gesundheitswesen

Für die Integrierte Psychiatrie Winterthur (IPW) wurde eine KI-gestützte Gesprächsdokumentation entwickelt: Patientengespräche werden aufgezeichnet, automatisch transkribiert und von KI-Agenten in strukturierte Berichte überführt – datenschutzkonform und vollständig in der Schweiz verarbeitet.
Psychiatrie und Gesundheitswesen
Integrierte Psychiatrie Winterthur (IPW)
Transkription, Speaker Diarization & KI-Agenten für Berichte
Rollout auf bis zu 1 000 Mitarbeitende geplant
In der psychiatrischen Versorgung fallen täglich zahlreiche Patientengespräche an – von der Anamnese über Verlaufsgespräche bis hin zu Abklärungen wie einer ADHS-Diagnostik. Die anschliessende Dokumentation bindet wertvolle Zeit des Fachpersonals, die eigentlich dem Menschen, dem Patienten, zugutekommen sollte. Die IPW suchte nach einer Lösung, um den administrativen Aufwand bei der Gesprächsdokumentation deutlich zu reduzieren. Dabei galt es, höchste Anforderungen an den Datenschutz zu erfüllen: Es handelt sich um hochsensible Patientendaten auf kantonaler Ebene, deren Verarbeitung strikten Vorgaben unterliegt. Gängige Cloud-Lösungen kamen aufgrund fehlender Datenhoheit und unzureichendem Schweizerdeutsch-Verständnis nicht in Frage.
Entwicklung einer KI-gestützten Transkriptionslösung auf Basis von Konversa, die den gesamten Prozess von der Aufnahme bis zum fertigen Bericht abdeckt: Aufzeichnung der Patientengespräche und automatische Transkription – inklusive Schweizerdeutsch und weiteren Schweizer Landessprachen. Eine integrierte Speaker Diarization erkennt zuverlässig mehrere Gesprächsteilnehmende und ordnet die Wortbeiträge korrekt zu. Aufbauend auf dem Transkript generieren spezialisierte KI-Agenten massgeschneiderte Berichte wie Anamnese, Verlaufsnotizen oder eine ADHS-Abklärung. Die Lösung ist bewusst als unterstützendes Werkzeug konzipiert: Sie liefert fundierte Entwürfe und Strukturierung, die finale Entscheidung und Freigabe verbleibt stets beim Fachpersonal. So entsteht mehr Zeit für das Wesentliche – den Patienten und den Menschen.
Die Lösung wurde spezifisch für die Bedürfnisse der IPW entwickelt und konsequent auf Schweizer Infrastruktur ausgelegt. Sämtliche Datenverarbeitung erfolgt zu 100 % in der Schweiz, was die strengen kantonalen Datenschutzvorgaben für hochsensible Patientendaten erfüllt. Aktuell befindet sich das Projekt in der Datenschutzfolgeabschätzung (DSFA), um die Compliance systematisch abzusichern. Anschliessend erfolgt der schrittweise Rollout auf die gesamte Belegschaft – rund 1 000 Mitarbeitende. Die Architektur ist dabei so ausgelegt, dass künftig weitere Funktionen der Evoya-Plattform – wie beispielsweise Chat-Funktionen – nahtlos ergänzt werden können.
Mit der KI-gestützten Gesprächsdokumentation reduziert die IPW den administrativen Aufwand bei der Gesprächsniederschrift erheblich. Fachkräfte gewinnen wertvolle Zeit zurück, die direkt dem Patienten zugutekommt – mehr Präsenz am Menschen, weniger Dokumentationsaufwand. Die Lösung beweist, dass sich auch hochsensible Patientendaten im psychiatrischen Umfeld datenschutzkonform und sicher mit KI verarbeiten lassen, wenn die Datenhoheit durchgehend in der Schweiz gewährleistet ist. Als unterstützendes Tool entlastet sie das Personal, ohne die fachliche Entscheidung zu übernehmen – und legt das Fundament für den weiteren Ausbau der Evoya-Plattform an der IPW.
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